Mineralstoffe sind lebensnotwendige Nährstoffe. Unser Körper kann sie jedoch nicht selbst bilden, deshalb müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen. Zwei dieser essenziellen Mineralstoffe sind Zink und Selen.
Stress, Nikotin, Alkohol und intensives Sonnenbaden aktivieren Reaktionen in unserem Körper, die wir “Oxidation” nennen. Dabei entstehen aggressive Sauerstoffverbindungen – sogenannte freie Radikale. Der größte Anteil der Radikale bildet sich jedoch direkt in unserem Körper während der Gewinnung von Energie im Zellkern. Radikale sind aggressive Moleküle, die im Organismus erhebliche Schäden anrichten.
Der Körper schützt sich mit verschiedenen Enzymen davor. Damit diese Enzyme optimal arbeiten können, brauchen sie diverse Spurenelemente wie zum Beispiel Zink und Selen.
Welche Lebensmittel enthalten Selen?
Diese Lebensmittel enthalten in hoher Konzentration Selen:
- Fleisch
- Fisch
- Leber
- Eier
- Nüsse (Paranüsse)
- Sojabohnen
- Spargel
- Pilze
Der Selengehalt in pflanzlichen Lebensmitteln ist je nach Anbaugebiet sehr unterschiedlich. Er ist abhängig vom Selengehalt der Böden. In Europa sind die Böden und damit die meisten pflanzlichen Lebensmitteln nicht sehr reich an Selen. Daher stellen bei uns tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Eier die zuverlässigere Selenquelle dar. Der menschliche Körper benötigt etwa 30 – 70 Mikrogramm Selen am Tag. Der Bedarf steigt mit dem Alter an. Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung deckt den täglichen Selenbedarf in der Regel ab. Vegeta- rier sollten selenreiche Nüsse (Paranüsse) und Pilze verzehren.
Was passiert bei einem Mangel an Selen?
Eine dauerhaft geringe Selenzufuhr schwächt das Immunsystem, stört die Muskelfunktionen und die Spermienbildung und kann zu einer Erkrankung des Herzmuskels (Keshan-Krankheit) führen. Ein Selenmangel tritt bei Gesunden jedoch selten auf. Beobachtet wird er bei Menschen, die in ländlichen Regionen mit niedrigem Selengehalt des Bodens und überwiegendem Verzehr regionaler Produkte leben. Das betrifft insbesondere Regionen in Höhenlagen Zentralafrikas und Asiens.
In Europa besteht ein Risiko für eine Selenunterversorgung bei Menschen mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten, Mukoviszidose oder Niereninsuffizienz sowie bei Dialysepatienten. Bei Phenylketonurie (Störung des Aminosäurestoffwechsels) sind die Selen-Werte ebenfalls zu niedrig.
Wie kommt es zu einer Selen-Überversorgung?
Durch die ständige Einnahme von Selen über Nährstoffpräparate kann eine sogenannte Selenose entstehen. Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Durchfall sind erste Anzeichen. Im späteren Verlauf kommt es zu einem Verlust der Haare, gestörter Nagelbildung und einem nach Knoblauch riechendem Atem.
Zink
Zink ist an vielen Reaktionen im Körper beteiligt, wie zum Beispiel am Zellwachstum und der Wundheilung, an verschiedenen Stoffwechselvorgängen, an der Reaktion des Immunsystems und bei der Fortpflanzung.
Referenzwerte Zinkzufuhr
- Säuglinge im Alter von 0 bis 4 Monate: 1,5 mg Zink/Tag
- Mädchen zwischen 15 – 18 Jahren: 11 mg Zink/Tag
- Jungen zwischen 15 – 18 Jahren: 14 mg Zink/Tag
- Frauen ab 19 Jahren mit niedriger, mittlerer bzw. hoher Phytatzufuhr: 7 mg, 8 mg bzw. 10 mg Zink/Tag
- Männer ab 19 Jahren mit niedriger, mittlerer bzw. hoher Phytatzufuhr: 11 mg, 14 mg bzw. 16 mg Zink/Tag
Zink-reiche Lebenmittel
Gute Zinklieferanten sind Rind- und Schweinefleisch sowie Käse, Milch und Eier. Pflanzliche Zinklieferanten sind Nüsse (Cashew- und Pekannüsse) sowie Weizen- oder Roggenkeimlinge.
Schadet zu viel Zink?
Über die Ernährung allein ist eine zu hohe Zinkaufnahme kaum möglich. Allerdings können Zahnpasta, Mundwasser und Haftcremes zu einem höheren Zinkspiegel beitragen. Dies beeinträchtigt die Aufnahme von Kupfer in den Organismus. Da Kupfer eine Funktion im Eisenstoffwechsel hat, kann es so zu einer Blutarmut kommen.
Was führt zu Zink-Mangel?
Ein Mangel an Zink kann durch Erkrankungen des Darms wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Resorptionsstörungen des Darms verursacht werden. Die Folge sind Veränderungen der Haut (nässender Hautausschlag), Haarausfall, Appetitlosigkeit und hohe Infektanfälligkeit.
Quelle: www.dge.de