Ebenso wie die drei etablierten Module eAU, eArztbrief und HAUSKOMET wird es via Arztinformationssystem (AIS) in die Vertragssoftware integriert. Neben der Erstellung von Bildern der betreffenden Hautareale haben HZV-Hausärzte auch die Möglichkeit, für die Befundung relevante Informationen wie etwa Stammdaten, Anamnese und Beschwerdedauer in einem einfachen und strukturierten Ablauf zusammenzustellen und per verschlüsselter IT-Infrastruktur an einen mitwirkenden Dermatologen zu senden.
Binnen drei Werktagen erhält der Hausarzt über die Vertragssoftware einen fundierten fachärztlichen Befund mit Diagnose und Therapieempfehlung. Für Patienten, die am AOK-Haus- und Facharztprogramm teilnehmen, können so gegebenenfalls eine Überweisung, weite Wege und vor allem lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin entfallen.
Die Teilnahme der Dermatologen und die fachärztliche Befundung regelt ein Facharztvertrag nach § 140a SGB V.
Die Vertragssoftware für die Telekonsile wurde basierend auf den Erfahrungen eines vom G-BA-Innovationsfonds geförderten Vorhabens (TeleDerm) von der AOK Baden-Württemberg gemeinsam mit den ärztlichen Vertragspartnern weiterentwickelt.
Prof. Stefanie Joos, Konsortialführerin von TeleDerm und Ärztliche Direktorin am Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung am Universitätsklinikum Tübingen sagt zu den wichtigsten Erkenntnissen: “In vier Landkreisen wurden insgesamt 516 Telekonsile in 46 HZV-Praxen durchgeführt.
Die Antworten mit Diagnose und Therapieempfehlung inklusive Klärung von Nachfragen des Dermatologen lagen innerhalb weniger Tage vor. Über 90 Prozent der beteiligten Hausärzte konnten sich vorstellen, dermatologische Konsile auch in Zukunft einzusetzen.
Die Akzeptanz der Patienten war ebenfalls sehr gut. Als Hauptvorteil wurde das schnelle Feedback durch den Facharzt angeführt. Nicht zuletzt deshalb bin ich sicher, dass strukturierte Telekonsile für Hausarztpraxen zeitgemäße und effiziente Unterstützungsangebote sind.”
Erste AIS-Anbieter dabei
Sechs AIS-Anbieter haben eine Umsetzung der Vertragssoftware bereits zugesagt (T2med, Duria, Tomedo, Quincy, S3 Praxiscomputer, Indamed). Zur Integration der Software TeleScan in die HZV-Vertragssoftware sollten sich die Ärzte an Ihren PVS-Ansprechpartner wenden. Praktische Tipps zur Anwendung befinden sich auf der Internetseite https://telescan-software.de/tutorials/.
Zur Erstellung aussagekräftiger Bilder für die Telekonsile benötigen die Hausärzte ein digitales Dermatoskop sowie entweder ein iPhone plus kostenfreier TeleScan-App oder alternativ eine Digitalkamera.
Für die Beschaffung eines Handyaufsatz- oder Videodermatoskops kann eine Anschubförderung in Höhe von 300,00 EURO über die Internetseite https://www.hausarzt-bw.de/anschubfoerderung-telescan beantragt werden. M.King
Strukturierte Inhalte des dermatologischen Telekonsils
- Patientendaten (Stammdaten des Versicherten, Beruf etc.)
- Bestehende Diagnosen, Medikation und Laborwerte (strukturierte Übernahme aus dem AIS)
- Allergien
- Beschwerdedauer, -verlauf
- Angaben Verdacht auf Malignität
- Veränderungen (Form, Farbe, Größe)
- Bilder und Körperlokalisation
- Fragestellung an den Dermatologen
- Rückfrage durch den Dermatologen möglich
Weitere Infos
Für weitere Fragen zu den HZV-Verträgen steht Ihnen der Kundenservice der HÄVG Rechenzentrum GmbH unter 02203 / 5756 1111, sowie das HZV-Team des Hausärzteverbandes unter 02203 / 5756 1210 gerne zur Verfügung.